ArohaSpirit by Ao Krippner-Rehm
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GEDANKENPOST vom 05. August 2017

Was bedeutet für Dich Frau-sein?

Und wie steht eigentlich Mann zu diesem Thema?


(Veritas Videre: Weibliche Hauptperson)

 

Wenn ich diese Frage Frauen stelle, fällt die Antwort nicht leicht.

Erstaunlich für viele Frauen haben Schwierigkeiten damit, schon alleine dies einmal festzustellen.

So selbstverständlich scheint also Frau-sein und die Attribute, die man sich selbst darin zuweist, gar nicht zu sein.

 

Auffällig oft geht mit dieser Unsicherheit in der Definition als Frau ein sehr angespanntes Verhältnis mit der eigenen Mutter einher.

Fest steht deshalb für viele Frauen: „So wie meinte Mutter zu sein, …. das lehne ich radikal ab.“

Neben der Ablehnung von Ähnlichkeiten mit der eigenen Mutter, findet oftmals an dieser Stelle, wo Ursachen für die Abgrenzung gesetzt wurden, keine Neudefinition und Ich-Frau-Identität statt. Das Thema Frau-sein wird erst einmal mit der Mutter zur Seite gelegt, wo es einen jedoch wieder und wieder einholt und um Definition (vom Kopf her) und auch Identifikation (seelisch/emotional) geradezu fehlt. Was auch an äußeren Bedingungen, an zwischenmenschlichen und an  partnerschaftlichen Beziehungen abzulesen ist.

Sprich: viele dieser Merkmale sind in der beginnenden Adoleszenz, also dem Erwachsenwerden manifestiert und bleiben dort als Block, sich kaum weiterentwickelnd, liegen.

Weibliche Qualitäten werden, da sie oft mit der Mutter verbunden und gekoppelt werden, verdrängt und nicht wieder aufgenommen liegen.

 

Welche Rolle spielt die Gesellschaft beim Thema Frau-sein und in der persönlichen Entwicklung und Definition als Frau?

 

Zu dem, was ich oben anführte, kommt ein ordentliches Pfund (um nicht zu sagen: eine Bruttoregistertonne) an Definitionen, Bewertungen, Zuschreibungen und Annahmen, die man über die Vorgaben der Gesellschaft übernimmt bzw. geradezu übernehmen muss.

Hier klafft ein Graben zwischen dem ursprünglichen Feminismus (= Gleich-be-RECHT-igung) und dem Neofeminismus, wie ich ihn nennen. Bei Letzterem geht es vielmehr um Gleich-Machung.

 

Der Neofeminismus sorgt dafür, dass weibliche Attribute neutralisiert (und zeitgleich originär männliche Definition dämonisiert) werden, und er impliziert darüber hinausgehend, dass zudem die Selbstwahrnehmung übers Frau-sein und dann erst übers Mensch-sein etwas sehr Einschränkendes sei und per se schlecht ist.

Sog. Selbstentfaltung und zuerst die Selbst-Findung müsse sich über das Frau-sein hinaus und hinwegheben.

 

Männliche Prinzipien wie Logik, Ratio, Selbstdisziplin, fokussierte Willenskraft, vernunftgesteuertes erfolgsorientiertes Handeln gelten als gut, richtig und herauszukehren. (Auch wenn man sie zeitgleich dann paradoxerweise in Männern verdammen möchte). Betont weibliche Prinzipien laufen allenfalls „im stillen Kämmerlein“ nebendran, als müsse man sie verschämt vor der Gesellschaft verstecken, wäre – so lebt man sie spürbar und vordergründig - höchst unattraktiv, so man/frau gleich-wertig sein möchte, und vor allem: so, als stünden sie für Schwäche, für Unterentwicklung in der Persönlichkeit und zeigten auf, das man im Grunde unterdrückt sei, so sie in den Mittelpunkt gekehrt werden.

 

Moderne Frau, also eine Frau, die sich selbst verwirklicht (selbstverwirklicht), hat dies mit männlichen Merkmalen und innerhalb der männlichen Prinzipien zu tun!

 

Vor allem Geschlechtsgenossinnen zementieren diese Vorgaben, sodass Frauen, die Weiblichkeit spüren, leben, gestalten wollen, in die bisweilen harsche und abfällige Kritik ihres eigenen Geschlechts geraten.

 

Gerade dann, wenn Frau die sog. „aufbauende Phase“ hinter sich gebracht hat (also die Station in ihrem Leben, in der sie gestaltet, was sie beruflich machen möchte und dies auch abschließt, wenn sie sich schon etwas erschaffen hat), also wenn das Konto der Lebenserfahrung schon stattlich angefüllt ist und die Reife auf vielen Ebenen (bis hin zur Sexualität) nun Raum greifen möchte, …

 

… spüren viele Frauen in sich eine tiefe, bis dahin weitestgehend unerfüllte Sehnsucht nach Weiblichkeit, nach wirklicher Hingabe (z.B. zum Mann-Frau-Wir hin) und nach Harmonie, nach innerem Frieden, intensiver, sinnlicher Verbundenheit und intensiven Gefühlen jenseits von einfacher, „profaner“ Erotik.

So fühlt sich manch erfolgreiche und materiell eigenständige Frau leer, ausgebrannt und seelisch einsam – trotz vieler Bestätigungen im Beruf und zahlreicher sozialer Kontakte.

 

Kurz: es gibt kaum mehr eine positive innere Haltung zum Thema Weiblichkeit, Frau-sein und den weiblichen Qualitäten und Prinzipien, die auch durch und durch gefühlt werden können.

 

Vielmehr passiert diesen Frauen nicht selten eines:

Sie sehnen sich nach ihrer Weiblichkeit, die sie jedoch nicht mehr spüren können, die geglättet in tief verschlossene innere Räume verwiesen wurde, und die – so sehr sie sich es jetzt auch wünschen – von ihnen selbst nicht wie ein Schatz, der „da drunten liegt und wartet“, gehoben werden kann.

 

Also …. was tun, wenn der Wunsch, zu diesem Schatz zurückzukehren, jetzt – scheinbar plötzlich – vor einem steht und nicht aufhört zu rumoren?

 

Zunächst einmal: herzlichen Glückwunsch dazu, dass sich dieser Wunsch, diese tiefe Sehnsucht meldet!

Bereits mit dem tiefen Gefühl nach Weiblichkeit ist der erste Schritt in den Pfad zurück zum Frau-sein getan.

Wohlgemerkt: ich spreche nicht von Kind-/Tochter-/Mädchenfrauen, die Mann sehr wohl mit dem Nasenring durch die Manege führen können, und hierzu kindfrauliche Spiele aktivieren, um hernach wiederum die Hosen anzuziehen und den Fuß auf die am Boden liegende Trophäe stellen.

 

Soweit zum Prolog zum Thema.

Fortsetzung:

Teil II … in Kürze.

Thema: Körperlichkeit, Spiritualität und Weiblichkeit etc.

 

(Und um keine Missverständnisse vorab aufkommen zu lassen:

Nein, ich meine mit Frau-sein keineswegs Nagelmodellage, aufgespritzte Lippen oder Botox-Haut, auf der man das Leben nicht mehr sieht, welches man durchlebt hat. Dies sind für mich lediglich „Attribute“, die auf mangelndes Körpergefühl und eben auf „Nicht-bei-sich-als-Frau-sein“ schließen lassen. Und zudem lassen sie auf ein sehr schlechtes Männerbild schließen ;-)  Hier kämen dann eher u.U. die Ausführungen, die ich neulich zum Thema Narzissmus machte, in Betracht)

 
 
 
 
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